Dass die Speisekarte gleichsam die Visitenkarte eines jeden gastronomischen Betriebs ist, kann nicht oft genug betont werden. Dass sie jedoch auch der wohl effektivste Werbeträger ist, wird gelegentlich vergessen. Potenzielle Gäste, die im Netz nach einem geeigneten Restaurant suchen, schauen sich in aller Regel zuerst die (hoffentlich) hinterlegte Speisekarte an. Oft entscheiden dann die ansprechende Gestaltung und das stimmige Design der Speisekarte darüber, ob Sie als Gastgeber ausgewählt werden. Wie Sie ein überzeugendes Design für Ihre Speisekarte entwickeln, das authentisch ist, einladend und sympathisch wirkt, lesen Sie in diesem Beitrag.

Warum Speisekarten-Design immer „nützlich“ sein muss

Das Wichtigste vorab: Getreu dem ehernen Grundsatz guten Designs „form follows function“ sollte auch die Gestaltung Ihrer Speisekarte grundsätzlich „funktional“ sein. Das meint: Ihre Gäste müssen sich schnell einen klaren Überblick über Ihr Angebot verschaffen können. Es empfiehlt sich daher grundsätzlich, die Speisekarte analog der Reihenfolge des Menüs anzulegen. Also eine Gliederung in Vorspeisen, Hauptgerichte und Desserts zu favorisieren. Ob Sie eine extra Getränkekarte reichen, hängt wesentlich von der Art und dem Niveau Ihres gastronomischen Betriebs ab. Grundsätzlich dürfen Sie davon ausgehen, dass Ihre Gäste die Auflistung der Getränke nach den Desserts in der Hauptkarte erwarten.

Haben Sie ausgewählte Spezialitäten anzubieten oder sorgt Ihr Koch tagtäglich für eine besondere Tagesempfehlung, dann sollten Sie diese Besonderheiten auch besonders darstellen, beispielsweise mit einem Extrablatt zu Anfang der Speisekarte.

Das Material: Eine haptische Kontaktaufnahme

Der erste (nicht digitale) Kontakt, den Ihre Gäste mit der Speisekarte haben, ist haptischer Art: Und das, was sie fühlen, sollte im Idealfall exzellent zum Niveau und der Einrichtung Ihres gastronomischen Betriebs passen. Anders gesagt: Ein authentisches Design der Speisekarte beginnt bei der Auswahl des Materials, aus dem diese bestehen soll. Die Auswahlmöglichkeiten sind groß. Es gibt Speisekarten beispielsweise

  • aus beschichtetem Buchleinen,
  • aus veredeltem Karton,
  • aus Holz oder Holzdesign,
  • aus Kork,
  • aus Leder oder Kunstleder,
  • aus Flechtwerk und viele weitere.

Wichtig ist in jedem Fall, dass die Speisekarte technisch so ausgerüstet wird, dass sie sich leicht reinigen lässt. Nichts irritiert Gäste mehr, als wenn sie ein Exemplar ausgehändigt bekommen, auf dem sich schon Flecken befinden oder das – genauso schlimm – nach Essen riecht.

Format und Bindung: Konfektion ist keine Pflicht

Lange Zeit galt das klassische A4-Format als das Non-Plus-Ultra der Speisekartenabmessungen. Dieses Dogma hat ausgedient. Auch das halbe Hochformat ist nicht mehr zwingend. Vielmehr können Sie aus einer Vielzahl von angebotenen Abmessungen Ihren persönlichen Favoriten bestimmen. Bedenken Sie dabei nur, dass das Verhältnis von Format und dem von Ihnen angebotenen Speiserepertoire stimmig bleibt. Anders gesagt: Wählen Sie eine kleinere Variante, wenn Ihre Speisenauswahl überschaubar. Bei reichhaltiger Angebotspalette empfiehlt sich ein eher üppigeres Format – kein Gast möchte ein „Taschenbuch“ als Speisekarte in die Hand gedrückt bekommen.

Die Entscheidung für eine bestimmte Art der Bindung und/oder Falzung sollten Sie zu einem nicht unwesentlichen Teil auch davon abhängig machen, ob Sie regelmäßig „Wechselseiten“, beispielsweise für Tagesempfehlungen, beifügen möchten. Sie benötigen dann eine entsprechende „Vorrichtung“, die in das Gesamtdesign mit einbezogen werden sollte. Gängige Bindungen sind Klemmheftung, Spiralbindung und diverse Falzarten.

Schrift: Kein Platz für typografische Experimente

Typografische Experimente sind bei der Gestaltung einer Speisekarte nur in sehr seltenen Fällen sinnvoll: Grundsätzlich sollte die ausgewählte Schrift klar, schnörkellos und sehr gut lesbar sein. Entscheiden Sie sich für eine Schriftart – und halten Sie diese konsequent durch. Auch bei den Überschriften, die in der gleichen Schrift, nur größer und eventuell fetter gedruckt werden. Überprüfen Sie Ihre Auswahl am besten, indem Sie Freunde oder Bekannte um ein Urteil bitten. Und: Testen Sie die Lesbarkeit abends unter den Lichtbedingungen Ihres gastronomischen Betriebs.

Ein stimmiges Schriftbild ergibt sich, wenn die Beschreibungen der einzelnen Gerichte linksbündig beginnen und die folgenden Zeilen möglichst „voll“ laufen. Das meint: Niemals sollte eine Zeile aus einem einsamen Wort bestehen, etwa weil es in die vorherige nicht mehr reingepasst hat. Psychologisch sinnvoll ist es, den Preis jeweils direkt an die Beschreibung des Gerichts anzuschließen – eine tabellarische Auflistung an der rechten Seite lädt unweigerlich zum (rein monetären) Vergleich ein.

Farben und Bilder: Versprechen Sie nicht zu viel

Fotos von herrlich zubereiteten Speisen können die Lust darauf steigern und appetitanregend wirken. Doch Vorsicht: Sie schüren auch die Erwartung, genau die Optik serviert zu bekommen, die das Bild suggeriert. Verwenden Sie daher erstens nur Bilder von Gerichten, die Ihrer eigener Koch gezaubert hat – und setzen Sie diese zweitens äußerst sparsam ein. Ansonsten wirkt das Design Ihrer Speisekarte schnell überladen und plakativ – und erinnert an die Imbissgastronomie in beliebten Urlaubszielen. Gefälliger wirken „unverfängliche“ Themenbilder, beispielsweise als Trennseite zwischen Fleisch und Fisch oder Hauptgerichten und Desserts.

Feine Zeichnungen von verwendeten Lebensmitteln, die dezent in der einen oder anderem Ecke, am oberen oder unteren Blattrand platziert werden, fügen sich in aller Regel gefälliger in das Gesamtdesign der Speisekarte ein.

Auch bei der Farbwahl ist Zurückhaltung oft das bessere Rezept. Vor allem ein ungestümer Farbmix wirkt eher irritierend. Nichts spricht allerdings dagegen, die Seiten einer Speisekarte komplett zu kolorieren. Passt der Ton zur Einrichtung, ergibt sich eine schöne Harmonie. Vorausgesetzt die Farbe trübt die Lesbarkeit nicht.

Pflichtangaben: Darauf müssen Sie achten

In das neue Design für Ihre Speisekarten müssen Sie zwingend zwei gesetzliche Vorgaben integrieren. Dazu gehören zunächst die gesetzlich vorgeschriebenen Angaben über Inhaltsstoffe – von Konservierungsmitteln über Geschmacksverstärker bis hin zu Farbstoffen und Antioxidationsmitteln. Außerdem ist eine Dokumentation möglicher Allergene verpflichtend. Diese Angaben können Sie mit Hilfe von Symbolen neben den Gerichten machen, die Sie dann am Ende der Speisekarte erklären.

Zu den Pflichtangaben auf Ihrer Speisekarte gehört überdies der Preis des jeweiligen Gerichts inklusive der Mehrwertsteuer. Das Euro-Zeichen oder überhaupt die Währungsangabe ist hingegen nicht vorgeschrieben.

Fazit: Gutes Speisekarten-Design macht sich immer bezahlt

Natürlich hängt der schlussendliche Erfolg Ihres neuen Speisekarten-Designs wesentlich davon ab, dass alle Ihre Überlegungen und Vorgaben in exzellente Druckergebnisse umgesetzt werden. Ein gestochen scharfes Schriftbild, Kolorierungen, die exakt wie das Original aussehen, und ein adäquates Papier sind nötig, um Ihrer Speisekarte die beabsichtigte Ausstrahlung zu verleihen. Wenn das klappt, halten Sie einen wesentlichen Faktor für den zukünftigen Erfolg Ihres gastronomischen Betriebs in Händen. Vergessen Sie nicht ihn auf Ihrer Website zu hinterlegen.

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